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Polizei-Einsatz beim Absegeln

2017-09-23 00:00

Tatort Altnau

Polizei-Einsatz beim Absegeln: Zampano überfährt Hund!

Es war ein wolkenverhangener Sonntagmorgen, als sich eine überaus grosse Schar von Seglern nach dem Apéro in der Krone auf ihre Schiffe begab und gegen 11 Uhr den Hafen Altnau Richtung Meersburg verliess.

Ausser dem Klirren der Segel, die gehisst wurden und dem Rauschen der Wellen, war kaum etwas zu hören, als plötzlich eine wutentbrannte Stimme von einem Fischerboot über den See scholl. Worte, die ich nicht widergeben möchte, durchbrachen die Stille. Ziel der verbalen Attacke war Zampano. An dessen Bord befanden sich beim Absegeln ausnahmsweise auch Urs und Gerlinde als Gäste, die sich sehr über die Einladung zum Mitsegeln gefreut hatten und dies nicht zuletzt, da Zampano im Ruf stand, stets in den vordersten Rängen mitzusegeln.

Jetzt jedoch schien er der Grund für die Wut des Fischers zu sein, der sich darüber beklagte, dass sein Hund, den keiner von uns Seglern zuvor zu Gesicht bekommen hatte, überfahren wurde.  Proportional zur Wut steigerte sich auch der Wert des Schadens, den der Fischer beklagte. Ganz klar: Es musste sich um eine exquisite Hunderasse handeln.

Innert Minuten war die Seepolizei zur Stelle und mit ihr klärte sich der Sachverhalt: Es handelte sich um einen Hund, wie ihn Fischer zum Erweitern ihres Fischer-Radius verwenden. Speziell an diesem Hund war, dass es sich um eine neuartige Rasse handelte: Einen Unterwasser-Hund. Darum hat ihn auch niemand sehen können. Und nicht nur das: Es war auch noch ein Designer-Stück!

Mit Hilfe der Seepolizei wurden die Vortritts-Rechte geklärt, wobei sich herausstellte, dass Zampano unter Segel Vortritt hatte. Entsprechend dezimierten sich die Forderungen des Fischers wieder auf den effektiven Material-Wert des Hundes und auf diesen einigten sich die beiden Parteien schliesslich.

Endlich konnte die Fahrt dann auch für Zampano weitergehen. Doch irgendwie klappte das nicht so richtig, also wurde sogar noch der Spi gehisst. Dieser stand – und das Schiff stand auch immer noch. Nur mühsam schleppte sich Zampano nach Meersburg und kam mit einiger Verspätung dort an. Befremdung machte sich auf dem Schiff breit, bis plötzlich der Hafennachbar auf ein „Ding“ im Wasser wies und fragte, was es damit auf sich hat. Das Ding stellte sich als Designer-Unterwasserhund heraus, das an der Leine den Ausflug über den See mitgemacht hatte.

Beim Mittagessen im Schloss Meeresburg trafen sich alle Segler wieder. Endlich waren die Wolken der Sonne gewichen und der Blick vom Schloss aus über den See war (vielleicht ein bisschen unterstützt durch den frischen Suser) berauschend.

Der goldene Herbsttag lud förmlich dazu ein, noch über den belebten Marktplatz und durch die Gässchen zu flanieren oder sich in ein Strassencafé zu setzen und dem bunten Treiben zuzusehen.

Individuell machte sich die Flotte wieder auf den Heimweg. Zurück im Hafen übergab die Zampano-Crew den unbeschädigten Hund wieder seinem rechtmässigen Besitzer und damit hatte auch dieser Fall ein gutes Ende genommen.

(BaLi)

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