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Altnauer Segelclub
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Jubiläumsabend

2017-11-24 00:00

50 Jahre ASC

Ein Geburtstagsfest der besonderen Art durften wir am Freitag, 24. November im Martinshaus feiern. Wohl niemand hat Ballons, Clowns oder Luftschlangen erwartet – doch das Bild, das sich einem beim Eintreten in den Saal bot, mag doch den einen oder anderen verblüfft haben: Runde, weiss eingedeckte Tische, hübsch dekoriert, verwandelten den sonst eher nüchternen Raum in einen Fest-Saal. Auch die feierlich gekleideten Gäste gaben einen Hinweis darauf, dass es sich beim Geburtstags-Kind um etwas Besonderes handeln musste. Der Altnauer Segel- und Motorbootclub feierte sein 50-jähriges Bestehen. Gefeiert wurde aber nicht nur der Club sondern vielmehr die Menschen dahinter: Die damals jungen Segler, die den Club aus der Taufe gehoben, die Menschen, die den Club gefördert und gestärkt haben und die Menschen, die den Club im Laufe der Jahre begleitet haben und Teil davon geworden sind. 

Nach dem Piratenfest im Sommer, bei dem der ASC auch die Oeffentlichkeit am Jubiläum teilhaben liess, war dieser Abend ausschliesslich für die «Familie» reserviert und so war auch die Stimmung; feierlich, fröhlich, familiär und vertraut. 

Ab 18 Uhr wurde von den Landfrauen auf der Empore der Apéro, gestiftet durch die Raiffeisenbank, serviert. Musikalisch untermalt wurde das Eintreffen der fast 80 geladenen Gäste durch das Alphorn-Trio Braun. Nach und nach verteilten sich die Gäste um die runden Tische im Saal, wo Matthias Widmer sie offiziell begrüsste, eine kurze Information über den weiteren Ablauf des Abends gab und gleichzeitig das Alphorn-Trio verabschiedete. Danach übernahm Urs Rothenbach das Mikrofon und dankte allen Helfern, Organisatoren und Sponsoren herzlich für ihre grosse Unterstützung.

Mit einer kurzen, spritzigen und prägnanten Rede fasste Gemeindeammann Hans Feuz den Zusammenhang zwischen dem ASC, der Gemeinde und dem Hafen in Worte. Er erläuterte, was der ASC für das Leben in der Gemeinde bedeutet und machte deutlich, dass zwischen dem ASC und der Gemeinde eine gute Symbiose besteht.

Die nächsten Grussworte überbrachten Rolf Zwicky, Präsident des YCK und Mitglied des Zentralvorstandes von Swiss Sailing und Thomas Debrunner, Präsident des SVB. Sie überreichten dem ASC eine Gedenktafel und eine grosszügige Spende für die Junioren-Förderung. Rolf sprach aber nicht nur in offizieller Funktion, denn er selber war unter Migg Stäheli (Gründungsmitglied und erster Präsident des ASC) Mitglied der Altnauer Junioren und nahm 1984 in Los Angeles, 1988 in Seoul und 2000 in Sydndey unter Altnauer Flagge an den Olympischen Spielen teil. Sein Vater, Fritz Zwicky war ebenfalls eines der Gründungsmitglieder und so etwas wie die graue Eminenz bei der Planung und dem Bau des Altnauer Hafens.

Dann übernahm Theo Näf, Präsident Region 6, Mitglied der Geschäftsleitung Swiss Sailing und Geschäftsführer von sailability.ch (Segeln für Menschen mit besonderen Bedürfnissen) das Wort. Allein durch die Posten, die er besetzt, verdeutlicht er, wie wichtig ihm die Kameradschaft unter den Wasser-Sportlern ist. Durch die besondere Konstellation am Bodensee ist es möglich, innert kürzester Zeit 3 Länder auf dem Wasserweg zu bereisen. Umso wichtiger ist Seemannschaft und die Möglichkeit, in einem fremden Hafen auch unterzukommen. Eine besonders nützliche Erfindung dafür ist die rot/grüne Karte, die anzeigt, wenn ein Hafenplatz für eine bestimmte Zeit von Fremden genutzt werden kann. Sein Anliegen ist es, diese Tafeln wieder dem ursprünglichen Zweck zuzuführen, d.h. einem Reisenden unkompliziert und unmittelbar die Ankunft im Hafen zu vereinfachen.

Den letzten Gruss richtete Günter Allmendinger, Vorsitzender der WSG Hagnau an uns. Zwischen Hagnau und Altnau besteht seit jeher eine besondere Beziehung, immerhin sind es gerade mal 6 km von Altnau nach Hagnau. Spätestens nach seiner Rede wissen wir, dass nicht nur wir uns jeweils über den Besuch «der Hagnauer» freuen, sondern, dass auch wir willkommene Gäste am anderen Ufer sind.

Lautlos bereitete während dessen Erich Wattinger im Foyer die verschiedenen Gänge vor, die uns immer wieder zwischen den Reden von den Landfrauen serviert wurden.

Vor dem Dessert lud Matthias dann die speziellen ASC Gäste, denen wir den schönen Anlass quasi zu verdanken haben, auf die Bühne ein. Das waren Bruno Bigliardi, Charly Böhler, Kurt Dankert, Jörg Kohler, Hugo Schmid, Hansjörg Widmer und Fritz Widmer. Alles Mitglieder der ersten Stunden. Peter Stäheli war leider verhindert an diesem Abend.

Mit konkreten Fragen lockte Matthias die Runde etwas aus der Reserve. So erfuhren wir zum Beispiel, dass Hansjörg Widmer bereits 1966 einen Hafenplatz für seinen Kormoran in Altnau hatte: Das Heck wurde an der Mauer festgebunden, der Bug mit einem Stein, der als Anker diente, fixiert.

Jörg Kohler war zusammen mit Oskar Müller auf einem Korsar der erste Sieger der Altnauer Clubregatta. Bruno Bigliardi war ein weiterer Initiator für den Bau des Altnauer Hafens. Bei Fritz Widmer war es zuerst die Freundschaft mit den anderen, bevor es ihm den Aermel beim Segeln hereinzog. Hugo Schmid’s Abenteuer beim Segeln auf allen Meeren würden ein eigenes Buch füllen. Er ist der Vater der TagNacht Regatta. Aus der Not geboren (nicht Hugo natürlich), war eine Nachtregatta die Lösung für alle, die auch an Samstagen unter Tags noch arbeiten mussten. So konnten auch diese Segler regattieren, was speziell für die Altnauer Segler ein ganz wichtiges Thema war und ist. Auch Charly Böhler könnte man stundenlang zuhören, wenn er von seinen Erlebnissen berichtet. Er war der 2. Präsident des ASC und für ihn stand immer das Gesellschaftliche im Vordergrund. Seine Seglerbälle und Rallyes sind legendär. Auch heute noch verbringt der Seebär viel von seiner Zeit im und auf dem Wasser und springt dort ein, wo Not an Mann oder Schiff ist. Kurt Dankert war der erste und dienstälteste Takelmeister. In seiner bescheidenen Art haushaltete er nicht nur geschickt mit dem zur Verfügung stehenden Material sondern auch mit seinen Worten. 

Matthias übergab den ersten Mitgliedern auch die ersten Chroniken. Iris Hoyer und Christian Schawalder hatten über viele Monate Informationen recherchiert, Berichte gesammelt, Bilder zusammengetragen und mit viel Herzblut ein schönes Buch zusammengestellt, das zum Lesen, Schmökern und Geniessen einlädt und Geschichten von vor 50 Jahren gleichermassen wie Geschichten aus dem letzten Jahr wieder zum Leben erweckt und Lust auf mehr macht.

Das Dessert war nicht nur der Abschluss eines Abendessens mit Sternen-Qualität sondern auch des offiziellen Teiles des Abends. Die Gäste waren eingeladen, noch sitzenzubleiben und in familiärer Runde den Abend ausklingen zu lassen, was viele von uns machten und gleichzeitig gespannt die ersten Blicke in die Chronik warfen. 

(BaLi)

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