Corsaire Regatta 06. und 07. Mai 17

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Corsaire Regatta 2017

Corsaire Regatta 2017

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Regatta Bericht

So viele Corsaire-Yachten hat der Hafen Altnau schon lange nicht mehr gesehen, dabei gehörten diese «Bluemechischtli-Schiffe», wie sie liebevoll auch genannt werden, zu den Yachten, die schon in der Anfangszeit des ASC einen grossen Teil der Regatta-Felder ausgemacht haben.

Bereits am Freitag reisten die ersten Segler mit ihren Schiffen zu Land von anderen Seen und zu Wasser an. Ein gemütlicher Seglerstamm mit Grillwürsten und Festwirtschaft läutete das Regatta-Wochenende ein.

Am Samstag ab 10 Uhr öffnete das Regatta-Büro und auf dem See wurde aufgetakelt und getrimmt. Bei der Steuerleute-Besprechung um 13 Uhr klärte Frank Schüepp noch letzte Fragen und informierte über Kurs, Regeln und Wettervorhersage. Ein auffrischender Westwind wurde uns versprochen. Allen war klar, dass dies nicht ohne Regen über die Bühne gehen kann.

Wie versprochen, startete Frank mit seinen Helfern um ca. 14 Uhr das Start-Prozedere. Spürbar frischte der Wind auf. Als Neuling auf einer Corsaire fand ich das Schiff zu Beginn sehr handlich und heimelig. Alles ist in Griffnähe und kann ohne Winschhebel bedient werden. Allerdings merkte ich auch rasch wieder, was es bedeutet, eine Regatta zu zweit zu segeln. Als Vorschoter kam ich bald in’s Schwitzen und als Angsthase nahm ich auch die Krängung des Schiffes ziemlich genau wahr. Aber es blieb kaum Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, weil schon die Luv-Tonne in Sichtweite war und der Spi gesetzt werden musste. Wir kamen flott voran und auch die Bergung des Spis ging zügig. Schnell war klar, dass wir auf jeden Fall verbissene Gegner haben. Auch für Steuermann Jörg war dieses Schiff fremd, umso mehr freuten wir uns, dass wir als 5. Von 10 Schiffen den ersten Lauf beenden konnten.

Beim 2. Lauf hatte der Wind noch einmal zugelegt. Für mein Empfinden war die Windstärke schon mehr als genug…..Aber Jörg kam jetzt richtig in Fahrt und wir versuchten, Fehler, die wir beim ersten Lauf gemacht haben, auszumerzen. Und wieder waren wir gut im Mittelfeld dabei und schon auf der 2. Runde unter Spi. Jörg überliess mir die Wahl, ob wir shiften oder den Spi bergen, um in’s Ziel einzulaufen. Ich entschied mich für shiften, was sich als ganz schlechte Wahl herausstellte: Da ungewohnt, war ich viel zu langsam und konnte den Spibaum nicht mehr am Mast einhängen. Dank einer Bö war das Vorschiff plötzlich unheimlich steil und die Schuhe unglaublich glatt. Als schlauer Fuchs hielt ich mich noch tapfer am Spibaum fest – der aber ja aber leider genauso plötzlich zum Freigeist wur wie ich und mich auf meinem Weg in’s Wasser ein Stücklein zumindest begleitete…… Jörg reagierte rasch und half mir, mich zurück in’s Schiff zu hieven. Immerhin konnten wir den Lauf noch ganz zu Ende segeln.   Für mich war dann die Samstags-Regatta beendet. Nass bis auf die Haut war ich froh, als wir wieder im Hafen waren. Das restliche Feld startete noch einen dritten Lauf, den wir dann als Streicher einplanten.   Kaum im Hafen und behelfsmässig wieder trocken eingekleidet, kam der Regen. Steuermann Jörg strahlte mich an und meinte, dass wir doch jetzt wirklich Glück hatten, das wir noch trocken in den Hafen ge……… Ein Blick in mein Gesicht liess ihn den Rest des Satzes verschlucken.

Nach dem 3. Lauf kamen dann auch alle anderen zurück. Es wurde gefachsimpelt und diskutiert, bevor sich alle am feinen Tessiner-Risotto gütlich taten, den Urs und Gerlinde gezaubert hatten. Kurze Zeit später verkündete Frank eine Zwischen-Rangliste. Bis spät in die Nacht sassen wir zusammen, was mir die Gelegenheit gab, einen Vorschoter zu finden, der an meiner Stelle am Sonntag die weiteren Läufe segelte.

Ab 9 Uhr stand Bettina mit dem Frühstück bereit und ab 10 Uhr war Startbereitschaft. Da noch 3 Läufe gesegelt werden sollten, ging’s flott auf’s Wasser. Die Regatta begann, wie sie am Samstag aufgehört hatte: Mit Westwind und Regen.

Pechvogel Jörg musste leider wieder nach dem 2. Lauf aufgeben. Dies aber erst, nachdem er sich mit einem Konkurrenten ein hartes Rennen geliefert hatte: Die beiden Schiffe waren immer etwa gleichauf, als sich der Vorschoter des anderen Schiffes auf dem Vorschiff wunderte, warum der Steuermann mehr und mehr abfiel und Höhe verschenkte. Als sich der Vorschoter umwandte, um zu protestieren, war er etwas erstaunt, als er den Platz im Cockpit leer vorfand. Dieses Mal hatte sich der Steuermann wortlos von der Yacht verabschiedet. Aber auch Emanuel kam rasch wieder zurück auf’s Schiff und konnte Jörg den Rang doch noch abnehmen, da dessen Pinne unvermittelt brach.

Nach dem 3. Lauf war dann Ende und gegen 15 Uhr trafen die Segler wieder im Festzelt ein für die Rangverkündigung. Der Blick in die zufriedenen Gesichter und die Wahrnehmung des Respektes, den sich die Corsaire-Segler gegenseitig während des ganzen Wochenendes entgegen gebracht hatten, lässt den Schluss zu, dass dieses Wochenende und die Regatta für Segler und Helfer ein gelungener Anlass war.